Bau einer 3D-Rückwand für ein Aquarium
 
Update 13.02.2011 WICHTIGE INFO:
Nach 5 Jahren und 2 Umzügen verbunden mit Deko reinraus usw., wurde die Rückwand etwas in Mitleidenschaft gezogen. Aktuelle Bilder: hier
Ich werde also eine neue Rückwand für mein Malawi-Becken bauen und Euch hier wieder mit Text und Bildern auf dem Laufenden halten!
Warum soll man eine Rückwand selber bauen? Ganz einfach!
Weil man so kostengünstig eine Rückwand nach eigenen Vorstellungen bekommt, die mit Sicherheit in keinem zweiten Aquarium zu sehen ist.
 
Für Alle, die den Eigenbau scheuen: Bei Interesse könnte ich Euch eine Rückwand bauen! Nehmt einfach Kontakt mit mir auf!
Materialliste (was benötige ich zum Bau einer 3D-Rückwand)
Styroporplatte ca. 8 bis 10cm dick mit den Maßen der Aquarium Rückwand, evtl. sind die Seitenwände hinzuzurechnen, falls das Aquarium in einer Ecke steht (wie bei uns)
Zement, nicht wasserlöslich (wir hatten den quick-mix-Zement)
Pinsel, Teppichmesser/Cuttermesser, Schraubendreher, Heißluftfön, Gipsbecher o. kleiner Eimer
Acrylfarben/lacke (Keine Nitro-Lacke)
Aquariumsilikon
 
Schritt 1: Vorbereitung der Rückwand

Als Erstes schneidet man die Styroporplatten auf die Größe der Aquariumrück- und Seitenwand zu! Dann werden die Platten mit Silikonkleber zusammengeklebt. Nach dem das Silikon getrocknet ist, kann man sich mit Schraubendreher, Cuttermesser o.ä. an die Struktur machen.
Je nach Wunsch Einbuchtungen, Löcher, Hölen usw. in die Oberflächen scheiden, rauskratzen usw.

styropor1
styropor2
styropor3
styropor4
styropor5 An dieser Stelle besteht auch die Möglichkeit, für später eingesetzte Technik wie Ansaug- und Auslassrohre
bzw. Schläuche der Wasserfilter, die Rückwand an der Rückseite entsprechend auszusparen, damit die Schläuche
und Rohre zukünftig nicht mehr sichtbar sind.

Bei großen Aquarien mit einer oder mehr Streben, muss die Styroporplatte geteilt werden,
da man sie sonst später nicht mehr ins Aquarium bringt. Ich habe den Schnitt entlang der Baumwurzel gemacht.

Sobald die Oberfläche Eurer Vorstellung entspricht, empfehle ich eine "Behandlung" mit einem Heißluftfön.
Aber Vorsicht: Wenn ihr zu nah rangeht oder zu lange auf das Styropor fönt, löst es sich förmlich in Luft auf.
Probiert es einfach mal aus, ist echt kein Problem.
Der Vorteil bei dieser Wärmebehandlung: Das Styropor wird dadurch sehr hart und hält besser!
Probiert jetzt mal aus, ob ihr die Wand ins Aquarium bekommt!
Nach den nächsten Schritten wird es schwierig, die Wand nochmal zu teilen.

 
Schritt 2: Verputzen der Rückwand

Jetzt braucht ihr den Zement, einen Gipsbecher oder einen kleinen Eimer (je nach Größe der Rückwand) und einen Pinsel.
Der Zement kann richt dünnflüssig angerührt werden, da kann er ganz einfach mit dem Pinsel aufgetragen werden.
Achtet auch auf Stellen in den Höhlen und Aussparungen, dass ihr alles mit Zement bestreicht.

zement und pinsel verputzen1 verputzen2 verputzen3
verputzen4 verputzen5 Seit ihr mit dem Verputzen fertig, heisst es abwarten und trocknen
lassen. Das kann je nach Zement schon mal 1-3 Tage dauern. Legt
die Wand zum Trocknen nicht direkt in die Sonne, da dadurch Risse
entstehen können.
 
Schritt 3: Bemalen der Rückwand

Jetzt könnt ihr euren künstlerischen Fähigkeiten freien Lauf lassen.
Zum Bemalen verwendet ihr Acrylfarben oder Lacke (keine Nitro-Lacke) nach eurem Geschmack.
Für meine "Baumwurzel" habe ich einfach ein Braunton genommen und anschließend eine wenig Schwarz drüber gestrichen. So sieht es natürlicher aus.
Der Rest der Wand ist silberfarben/graufarben. Aber wie gesagt: Jeder wie er will!

farbe1 farbe2 farbe3 farbe4
lack1 lack2 Wenn die Farbe getrocknet ist (Herstellerangaben beachten), könnt ihr
mit dem Lackieren anfangen. Einfach eine schöne Schicht transparenten Acryllack auf die Wand sprühen, Trocknungszeit abwarten und wieder mit Lack einsprühen. Das Ganze 3-4 mal und fertig.
 
Schritt 4: Einlaufen der Wand
Durch das Einlaufen der Wand sollen sich alkalische Stoffen lösen, die z.B. durch das Bemalen/Lackieren inund an der Wand enthalten sind.
Hier gibt es zwei Möglichkeiten:
1. Einbau in ein neues Becken (wie bei mir) oder
2. Einbau in ein bereits eingefahrenes Becken

Vorgehensweise bei Möglichkeit"1":

Ihr nehmt die Rückwand, tragt entsprechend Aquarium-Silikon auf und klebt dann die Wand ins Aquarium. Ich habe die Rückwand zusätzlich mit Gewicht belastet und über eine "Strebe" die Seitenwand an das Glas gedrückt. Dafür mußte das Aquarium allerding auf die Rückwand gelegt werden.
Anschließen habe ich das Becken komplett mit Wasser befüllt (natürlich wurde es vorher wieder richtig aufgestellt) und ein paar Tage gewartet. Danach wurde das Wasser komplett abgelassen, neu befüllt, Sand, Deko usw. rein und 1-2 Wochen später kammen die Fische, damals noch Piranhas, mittlerweile Barsche.
Ich habe das Styropor direkt am Boden absichtlich nicht bearbeitet, da dieses vom Bodenkies verdeckt wird.
wandeinbau1 wandeinbau2 wandeinbau3  
Vorgehensweise bei Möglichkeit"2":
Ihr müßt die Wand irgendwie ins Wasser legen, dass kann die Badewanne sein oder irgendein ähnlich großes Gefäß, in das die Rückwand reingeht.
Hier kann eine wie oben erwähnte Teilung der Rückwand von Vorteil sein, da ab einer gewissen Größe auch die Badewanne zu klein wird.
Die Wässerung sollte schon 1-2 Tage dauern, um den Abbau der alkalischen Stoffe zu gewährleisten.
Danach kann die Wand ebenfalls ins Aquarium gebaut bzw. mit Silikon geklebt werden.
 
Das war es! Jetzt habt ihr eine individuelle Aquarium-3D-Rückwand! War doch gar nicht so schwer, oder!?
Sollte noch jemand Fragen, Anregungen, Kritik oder ähnliches loswerden wollen, kontaktiert mich einfach.